Informationen

Bemerkungen zur Edition

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) unterhielt das NKWD/Ministerium für Innere Angelegenheiten (MWD) bis Anfang 1950 insgesamt zehn Speziallager und drei Innere Gefängnisse.

Im verhältnismäßig kleinen sowjetischen Lagerstandort Berlin-Hohenschönhausen, zu welchem das Speziallager Nr. 3 in der Genslerstraße und das Haftarbeitslager des operativen Sektors Berlin gehörten, verstarben zwischen 1945 und 1948 rund 1.000 Personen. Das nach mehrjähriger Recherchearbeit entstandene Totenbuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen dokumentiert nunmehr die Namen und weitere biografische Angaben von über 700 Verstorbenen.

Es ordnet sich ein in die Bemühungen anderer Gedenkstätten und Initiativen, einen fundierten Gesamtüberblick über die in den Speziallagern aus dem Leben geschiedenen Personen zu geben, das Schicksal der Betroffenen endgültig aufzuklären und ihre Identität über den Tod hinaus zu bewahren. Damit ist das Totenbuch auch primär an die Hinterbliebenen und Angehörigen gerichtet, die mitunter bis heute auf konkrete Antworten warten mussten und für die es keinen Ort der Trauer gab.

Erläuterungen zur Handhabung des Totenbuchs

Im Nekrolog sind die Namen und weitere biografische Angaben (Geburtsort, Geburtsdatum oder -jahr, Wohnort, Sterbedatum) aller Frauen und Männer enthalten, deren Tod im sowjetischen Speziallager Nr. 3 und im Haftarbeitslager in Berlin-Hohenschönhausen durch russische Archivalien mit Datum belegt ist.

Nicht immer konnten die Personalien der Betroffenen in der fremdsprachigen Ausgangsquelle mit Hilfe deutscher Dokumente überprüft werden. Diese sind in der Online-Version des Totenbuchs mit einem Stern (*) markiert. In diesen Fällen wurden die kyrillischen Buchstaben der Vor- und Nachnamen nach den Transkriptionsregeln in die deutsche Umschrift rückübertragen. Gleiches geschah bei unkenntlichen bzw. entstellten Ortsbezeichnungen. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, wurde auf scheinbar logische, aber letztendlich nicht eindeutig begründbare und willkürliche Deutungs- und Zuordnungsversuche solcher Verzerrungen oder Abweichungen verzichtet. Alle diese biografischen Daten ohne oder ohne zweifelsfreie Verifizierung sind kursiv dargestellt. Wir bitten Sie daher, Suchanfragen im Totenbuch ggf. einzeln und unter Verwendung verschiedener Suchkriterien durchzuführen.

Fehlt – was selten der Fall ist – eine biografische Angabe, so ist diese Information nicht in den verwendeten russischen Archivunterlagen vorhanden und konnte auch nicht durch Nachforschungen ausfindig gemacht werden.

Soweit bekannt, wurden bei den Nachnamen Adelsprädikate oder die genauen akademischen Titel angegeben. War es nicht möglich den Rufnamen der verstorbenen Person zu ergründen, können auch zwei Vornamen vermerkt sein. Die Bezeichnung der Geburts- und Wohnorte wurden in ihrer historisch exakten Schreibweise wiedergegebenen und durch die Einordnung der jeweiligen Dörfer und Städte in die übergeordnete territoriale und staatliche Verwaltungsebene ergänzt. Dies war nicht möglich, wenn es sich um einen Orte handelt, dessen Bezeichnung mehrfach vorkommt und der nicht eindeutig einem Kreis, einer Provinz oder einem Land zugeordnet werden konnte. Nicht immer ist der letzte Wohnort der Verstorbenen mit dem Ort der Festnahme identisch. Abweichungen gibt es in dieser Beziehung zum Beispiel bei Personen, die Wehrmachtsangehörige oder dienstverpflichtet waren.

Das Totenbuch entstand nach bestem Wissen und Gewissen auf Grundlage intensiver Forschungsarbeit und unter Einbeziehung aller zugänglichen Informationen und Materialien. Unabhängig davon gibt es bei der namentlichen Erwähnung der Verstorbenen noch Lücken. Gleichfalls kann der Nekrolog im Detail Unkorrektheiten oder gar Fehler enthalten. In diesem Zusammenhang bittet die Gedenkstätte um Korrekturhinweise und Ergänzungsvorschläge. Zu diesem Zweck wurde jeder Eintrag mit einem Kontaktformular versehen, welches sich nach einem Klick auf die +-Schaltfläche öffnet.